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Lieber Interessent,

sicherlich werden Sie sich schon auf mehreren Züchterseiten umgesehen haben und sich vielleicht etwas wundern, warum wir diese Rasse etwas anders beschreiben als „unsere Kollegen“.

Der Hauptgrund liegt hier wohl darin, dass wir mit einer realistischen und ehrlichen Aufklärung dazu beitragen möchten diese Rasse als das zu sehen was sie sind. Reaktionsschnelle, eigenständig handelnde, territorial veranlagte, misstrauische Wach- und Schutzhunde die kleinste Veränderungen in ihrer Umgebung und in ihrem Umfeld sofort anzeigen und dementsprechend auch kompromisslos handeln können.

Diese Eigenschaften darf man keines Falls verschweigen oder vertuschen, geschweige denn schön Reden!

Während die schwarze Bevölkerung in Südafrika diesen Hunden mit dem allergrößten Respekt begegnet, weis die dort lebende weise Bevölkerung diese Eigenschaften sehr zuschätzen. Gerade auch deshalb weil diese Eigenschaften ihnen ein gewisses Maß an Sicherheit bieten und oftmals Leben retten.

Da die weißen Südafrikaner noch eine normale Einstellung ihren Hunden gegenüber haben und diese nicht als Kindersatz , Kuscheltier oder Spielgefährten für ihre Kinder sehen, sondern noch das Tier das eine Aufgabe zu verrichten hat, kommen sie größtenteils auch gut mit einem Boerboel zu recht. Zum einen darf der Hund dort seinen Aufgaben auf den gut gesicherten Grundstücken nach kommen und zum andern wird er nicht in irgendwelche Rollen gepresst die er gar nicht erfüllen kann.

Warum man in Deutschland jedem Hund(gleich welche Charaktereigenschaften er besitzt oder für welchen Verwendungszweck er gezüchtet wurde) als Familienhund anpreisen muss, weis ich nicht. Fact ist jedoch, dass die meisten deutschen und europäischen Boerboel Züchter dazu übergegangen sind durch Zucht und Selektion den „Südafrikanern“ die Charaktereigenschaften zu nehmen die sie in Ursprungsland so auszeichnen(Man möchte ja schließlich einen Hund für Jedermann, sprich einen Hund der sich gut verkaufen lässt). Jedoch lassen sich diese Eigenschaften nicht einfach so ausradieren, so dass noch Jahrzehnte der „Zucht und Selektion“ notwendig sind bis man soweit ist.

Betrachtet man die verschiedenen Molosser-Rassen so kann man gut erkennen wohin dieser Weg führt.

 
Im Bild oben eine Bordeauxdogge aus dem Jahr 1925. Die beiden unteren Bilder zeigen den heutigen Bordeauxdoggen Typ. Diese Bilder bedürfen keiner Worte mehr!

   
Unsere Anliegen an Sie ist:
"Denken Sie bitte einmal darüber nach, wie es denn sein kann, dass diese Rasse, die in Südafrika Tag täglich ihren Wach- und Schutzhundaufgaben nachkommen muss. Hier in Europa (und gerade in Deutschland) von fasst allen „Züchtern“ als der Familienhund schlechthin angepriesen wird!?

Bedenken Sie bitte vor dem Kauf, dass es sich bei einem Boerboel um einen Typ Hund handelt, bei dem noch alle seine Charaktereigenschaften mehr oder weniger stark ausgeprägt erhalten geblieben sind. Dementsprechend sollte der Interessent auch die Haltungsvoraussetzungen für diesen Hundetyp erfüllen können und sich nicht nur von Emotionen leiten lassen!

Wir werden mit größter Sicherheit nicht zu den Züchtern gehören, die ihren Lebensunterhalt durch die Hundezucht bestreiten und ihre Welpen / Hunde als „Ware“ sehen, die man bei „nicht gefallen“ austauscht oder ersetzt. Oder die diese Wach- und Schutzhunde Hunde als ideale Familienhunde oder als bester Freund des Kindes anpreisen, nur um den Welpenverkauf zu beschleunigen. Mit Sicherheit nicht!

Gerade als Züchter(aber auch als Hundehalter) hat man eine Verantwortung seinen Mitmenschen und seinen Hunden gegenüber und dazu gehört vor allen Dingen auch eine realistische und ehrliche Aufklärung über diese Rasse!

Vor allem sollte ein Züchter unserer Meinung nach darauf achten, dass er seine Welpen bestmöglichst vermittelt und nicht schnellstmöglichst an den Mann bringt!

Dass solche Anpreisungen zu einer falschen Erwartungshaltung führen und schnell in die Hose gehen können, zeigen die abgegebenen Boerboels in den Tierheimen wieder. Meist werden sie im Alter zwischen 8 Monaten bis 2 Jahren ins Tierheim gebracht, also noch nicht einmal ausgereift. Deshalb sollten in jedem Fall die Haltungsvoraussetzungen erfüllt werden. Obwohl bei den weißen Südafrikanern das Sicherheitsbedürfnis sehr hoch ist und sie solche Wach- und Schutzhunde brauchen, so können sie doch nicht immer mit ihnen umgehen, was die teils heftigen Beissvorfälle innerhalb der eigenen Familie zeigen. Auch in Deutschland sind schon Vorfälle innerhalb der eigenen Familie vorgekommen, nur wurden diese bisher unter den Tisch gekehrt oder verharmlost. Man möchte ja schließlich sein Gesicht wahren und sich nicht bloßstellen.

Ein Welpe von dieser Rasse ist schnell gekauft, notfalls auch von einem anderen „Züchter“. Er ist aber auch genauso schnell wieder abgegeben!

Deshalb bitten wir Sie, bevor Sie sich für den Kauf eines Boerboels entscheiden, überdenken Sie bitte nochmals, ob Sie über eine entsprechende Hundeerfahrung mit einem ähnlichen Typ Hund (Herdenschutzhund) besitzen, ob ihr Grundstück gut gesichert und der Hund dort seinen Aufgaben (Wachen und Schützen) nach kommen kann.

Es gibt für uns kaum etwas enttäuschenderes als in die traurigen Augen unserer Hunde zu blicken, nur weil der neue Besitzer sich den Hundekauf doch nicht so gut überlegt hat und die Tiere wieder einmal ihren Besitzer wechseln müssen.

 

 

 

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Kontakt
 
 

Rudi Kainer
Weppersdorf 25
D - 91325 Adelsdorf
Tel.: 09195 - 994 180

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