|
Der Boerboel ist eine selbstbewusste und eigenwillige
Hunderasse. Seine Erziehung verlangt viel Feingefühl,
Geduld, Erfahrung und Konsequenz. Man kann einem Boerboel
nicht unterdrücken, wie es bei anderen Gebrauchshunderassen
üblich ist. Alles was man erreichen möchte,
bekommt man nur durch Konsequenz und Vertrauen. Durch
die verschiedenen Rassen (Bauernhunde, Herdenschutzhunde
und teilweise Jagdhunde), die zum Entstehen dieser
Rasse beigetragen haben, können auch die verschiedenen
Charakterzüge dieser unterschiedlichen Rassen
zum Tragen kommen. Die eigentliche Erziehung fängt
schon bei der Mutterhündin an. Sie wird ihren
Welpen in der Prägephase ihr eigenes Weltbild
vermitteln. Ist die Mutter durch schlechte Sozialisierung
oder Erfahrung unsicher, ängstlich oder aggressiv,
so wird sie dies an ihre Welpen weitergeben. Man kann
den Welpen durch unterschiedliche äußere
Einflüsse (verschiedene Bodenbeläge, unterschiedliche
Geräusche, Erfahrungen im täglichen Leben
etc.) schon gut auf sein weiteres Leben vorbereiten,
da die Gehirnverknüpfungen bis zur 16. Lebenswoche
stattfinden ist es sehr wichtig, dass Ihr Welpe bis
dahin viele unterschiedliche optische, akustische
und taktile Reize kennen gelernt hat.
Durch seinen eigenständigen und eigenwilligen
Charakter kann man von einem Boerboel nicht den Gehorsam
erwarten, wie in z.B. ein Deutscher Schäferhund
hat.
Um schwierige Situationen gar nicht erst entstehen
zu lassen, sollte man immer im Voraus denken. Trainieren
Sie mit Ihrem Hund immer wieder, so dass er seine
ganze Aufmerksamkeit auf Sie richtet. „Kommunizieren“
Sie mit ihm! Es fördert die Bindung, setzt klare
Führungsansprüche, stellt Regeln und Strukturen
fest. Diese Interaktionen nehmen nicht viel Zeit in
Anspruch und machen den Hund auch Spaß. So eine
kleine „Trainingseinheit“ kann man während
des normalen Spaziergangs, beim Spiel oder auch zwischen
den Mahlzeiten einlegen. Diese kleinen „Trainingseinheiten“
sollten immer wieder geübt werden. Ihr Hund wird
Sie respektieren, wenn er eine vertrauensvolle Bindung
aufgebaut. hat.

Leider wird man in der heutigen Zeit durch Medien
und Umwelteinflüsse ziemlich verunsichert, was
denn nun das “non plus ultra“ in der Hundeerziehung
sein soll. Klar, dass die Auswahl einer guten Hundeschule
dadurch zum heiklen Thema wird. Aus den verschiedensten
„Ecken“ bekommt man die unterschiedlichsten
„Wundermittel“ der einzig wahren Hundeerziehung
zugesteckt. Ob Hund und Halter damit geholfen ist,
oder eher den Geldbeutel des Vertreibers lassen wir
an dieser Stelle stehen. Das Geheimnis der wahren
Hundeerziehung steckt darin, dass es sie eigentlich
nicht gibt, sondern leider nur die Erfindung der „Ware“
Hundeerziehung ist. Unseres Erachtens ist eine Erziehung
von Hunden nur dann gut, wenn sie der Verhaltensbiologie
der Hunde nahe kommt. Nicht im Punkto „wir bellen
mit dem Hunde“ sondern wir sind kompromisslos
wie Hunde, im Ankündigen und handeln. Ich selbst
habe noch keinen Hund erlebt, der einen anderen Hund
versucht mit Leckerli auf den Pfad der Tugend zu bringen.
Beobachtet man die Tiere im Umgang miteinander, wird
man sehr schnell feststellen, dass z. B. die Art der
Maßregelung nichts mit unserer im Umgang mit
den Vierbeinern gleich hat. Während wir aufmerksamkeitserregend,
quietschend und fiepsend um unsere „kleinen“
herumhüpfen oder irgendwelche Umlenkaktionen
starten, würde die Hundemutter mit Sicherheit
keinerlei Energie für derartige artfremde Aktionen
verschwenden. Daher nimmt der Hund unsere Art der
Maßregelung meist nicht ernst, da wir uns mit
der im Vorsatz geschilderten Aktion jegliche Glaubhaftigkeit
verscherzen. Durch diese Art der " Erziehung"
haben sich selbst bei so familienfreundlichen Hunderasse
wie Golden Retriever oder Labrador die Beißunfälle
in den letzten 5 Jahren mehr als verdoppelt.
In vielen Hundeschulen wird mit gewaltfreier Hundeerziehung
geworben, doch fraglich was "Gewalt" im
eigentlichen Sinne bei der Hundeerziehung ist. Das
Korallenhalsbänder usw. auch für uns nicht
tragbar sind sollte klar sein. Aber für uns ist
es Gewalt am Hund, wenn der Hund als unerzogener "Dauerzieher
an der Leine" ständig hustet oder röchelt
und mangels einer erzieherischen Einwirkung so seine
Spaziergänge erlebt. Da sollte die Frage: "Ob
Halsband oder Brustgeschirr richtig ist?", weit
hinten anstehen, denn beides ist schädlich, wenn
der Hund zieht.
Zudem ist es eine Form von Gewalt, wenn der Hund
den ganzen Tag lang machen kann was er will und grenzenlos
aufwächst. Egal ob er gerade das eigene Kind
am Hosenbein festhält usw. Wenn der Hund durch
unser vermenschlichendes Verhalten in Positionen gehoben
wird, denen er nie gewachsen sein kann und mit denen
er auch nichts anzufangen weiss. Wenn der Hund nie
die Chance bekommt sein normales kommunikatives Verhalten
auszuleben usw.
Da wird geklickert, positiv verstärkt und sonstige
kreative Dinge an den Hund gebracht. Doch die natürliche
Begrenzung fehlt. Wir Menschen glauben daran (was
leider in vielen Hundeschulen praktiziert wird) und
geben auch noch viel Geld für diesen unnatürlichen
Humbug aus. Wobei Hundeerziehung doch etwas völlig
natürliches sein sollte.
CANIS (Zentrum für Kynologie), ist für
uns eine sehr gute Institution in Sachen Hundetrainerausbildung.
Mit gutem Gewissen können wir Canis-Absolventen
empfehlen. Dort werden die natürlichen Bedürfnisse
in der Hundeerziehung nicht klein geredet oder abgeschwächt,
sondern praktiziert. Ebenso wie bei der Hundeschule
Hesselberg in Weiltingen unter der Leitung von Gerd
Schuster, der bereits schon sehr viel Erfahrung auf
diesem Gebiet hat. Zudem kann man ihn als sehr erfahren
im Umgang mit dem Boerboel bezeichnen. Bereits viele
Boerboelhalter, wurden von seinem Können und
dem Einfühlungsvermögen am Hund überzeugt.
Kennzeichen einer guten und geeigneten Hundeschule
sind unserer Meinung nach:
- Die Hunde werden nicht hochgepuscht (Ball- oder
Beißwurstjunkies)
- Leckerchen sollten nicht der Mittelpunkt sein
- Soziale Kontakte sollten gewährleistet werden
- Hunde sollten auch mal lernen Frust zu ertragen
- Kein Quietschen und Fiepen der Hundehalter
- Die Hunde sollten auch lernen, körperliche
Einschränkung zu akzeptieren
Gerade in der heutigen Zeit darf man sich als Hundebesitzer
keine Fehler mehr erlauben. Von daher sollte man sich
immer bewusst sein dass man mit dem Kauf eines Welpen
/ Hundes auch die volle Verantwortung für die
Sozialisierung und die Erziehung dieses Tieres übernimmt
und auch seinen Mitmenschen gegenüber hat.
|